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Microsoft 365 oder Google Workspace? Der Vergleich

Geschrieben von Remi Keusseyan | 13.10.2020, 07:30:00

Geprüft und aktualisiert im Oktober 2026.

Vom kleinen Familienbetrieb bis zum Großkonzern verlagern viele Unternehmen ihre Dienste vollständig in die Cloud. Andere behalten einen Teil davon im eigenen Rechenzentrum, also eine hybride Umgebung. In beiden Fällen stellt sich dieselbe Frage: Microsoft 365 oder Google Workspace?

Dieser Beitrag gibt keine Empfehlung. Er stellt Funktionen und Stärken beider Lösungen gegenüber, damit Sie die Optionen an den Anforderungen Ihres Unternehmens messen und die Migration planen können.

Seit Office 365 die klassische Office-Suite als SaaS anbietet, hat Microsoft weitere Produkte und Dienste ergänzt, die heute unter Microsoft 365 laufen. Darunter sind viele Cloud-Varianten von Produkten, die Unternehmen früher im eigenen Rechenzentrum betrieben haben. Google Workspace (früher G Suite) war von Anfang an cloud-nativ, browserzentriert und stärker vom Privatkundengeschäft geprägt. Am Anfang stand Gmail, dann kamen Messaging und schließlich Google Docs und Sheets, ein Duo aus Textverarbeitung und Tabellenkalkulation für die gemeinsame Arbeit im Browser. Zusammen mit weiteren Business-Diensten wurde daraus das heutige Google Workspace.

Überblick

BereichMicrosoft 365Google Workspace
Office-AnwendungenWord, Excel und PowerPoint (Desktop, Web und Mobil)Google Docs, Sheets und Slides (Web und Mobil)
Zusammenarbeit und MeetingsMicrosoft TeamsGoogle Meet und Google Chat
E-MailOutlook mit Exchange OnlineGmail
Cloud-SpeicherOneDriveGoogle Drive
AdministrationMehr Dienste und hybride Option, daher höherer VerwaltungsaufwandAuf Web und Mobil ausgerichtet, daher geringerer Verwaltungsaufwand
MigrationEinfacher Upgrade-Pfad für die meisten Microsoft-KundenMehr Planung nötig beim Wechsel weg von Microsoft

Office-Anwendungen

Im Kern von Microsoft 365 stehen die Office-Anwendungen, als Onlinedienst und als Desktop-Programme für Windows und macOS.

Google Workspace bietet mit Docs, Sheets und Slides vergleichbare Anwendungen für den Browser und als eigene Mobil-Apps. Vollwertige Desktop-Versionen gibt es nicht, offline arbeiten Sie über den Browser. Die meisten Office-Formate lassen sich öffnen und speichern, das Ergebnis ist aber nicht immer identisch.

Zusammenarbeit

Microsoft setzt auf Teams. Teams ist mit Outlook-Kalendern und OneDrive verbunden, bündelt Dokumente, Apps und Dienste und gibt der gesamten Kommunikation einen zentralen Ort. Für das Projektmanagement lässt sich Teams mit Power Automate (früher Microsoft Flow), Azure Boards und Planner verbinden. Mehrere Personen können gleichzeitig in Word, Excel oder PowerPoint arbeiten, im Browser und bei Dateien in OneDrive oder SharePoint auch in den Desktop-Anwendungen. Seit April 2024 verkauft Microsoft neue Microsoft-365- und Office-365-Abonnements weltweit ohne Teams und lizenziert Teams separat, im Europäischen Wirtschaftsraum bereits seit Oktober 2023. Bestehende Abonnenten konnten ihre Pläne mit Teams behalten. Rechnen Sie das in jeden Kostenvergleich ein.

Google hat seinen früheren Dienst Hangouts aufgeteilt: Google Meet für Audio- und Videoanrufe und Meetings, Google Chat für Textnachrichten. Hangouts selbst ist eingestellt. In Docs, Sheets und Slides bearbeiten mehrere Personen ein Dokument gleichzeitig im Browser.

E-Mail und Messaging

Bei Microsoft dreht sich die E-Mail um Outlook auf dem Desktop, Gmail ist für den Browser und die Gmail-App gebaut. In Microsoft 365 ist Teams die Zentrale für Chat und Videoanrufe, in Google Workspace übernehmen das Google Chat und Google Meet. Viele Nutzer kennen beide Welten, etwa Outlook im Büro und Gmail privat.

Wer bereits eine Exchange-Organisation betreibt, wählt mit Exchange Online den naheliegenden Weg: Der Service bleibt gleich, und die Nutzer merken vom Umstieg wenig. Planen Sie Schulungen ein. Wer an Outlook oder Outlook im Web gewöhnt ist und komplett auf Google Workspace umsteigt, muss viel Neues lernen. Umgekehrt gilt das genauso.

Cloud-Speicher

Beide Anbieter bieten vergleichbaren Speicher pro Nutzer, die Größe hängt vom Plan ab. Die unbegrenzten Speicherpläne von 2020 gibt es nicht mehr: Microsoft hat unbegrenzten OneDrive-Speicher abgeschafft, Google arbeitet mit gemeinsamen Speicherkontingenten pro Organisation. OneDrive nutzt dieselbe Synchronisierung wie die Privatkundenversion und ist in die Office-Anwendungen auf Desktop und Mobilgeräten eingebunden. Google Drive ist direkt mit Gmail verbunden, das sich den Speicher mit Drive teilt, und mit weiteren Google-Diensten.

Administration

Microsoft bietet mehr Unternehmensdienste und die Möglichkeit einer hybriden Umgebung. Entsprechend höher ist der Verwaltungsaufwand, und Sie brauchen ein eigenes Team erfahrener IT-Fachleute. Cloud-Dienste verwaltet man anders als lokale Systeme, das erfordert etwas Einarbeitung. Der Kern der Microsoft-Produkte bleibt aber gleich, Sie fangen also nicht bei null an.

Auch für Google Workspace brauchen Sie qualifiziertes IT-Personal. Weil alles auf Web und Mobil ausgerichtet ist, gibt es weniger Dienste zu verwalten, und der Aufwand fällt meist geringer aus.

Migration

Die meisten Unternehmen kommen aus einer Microsoft-Infrastruktur und haben damit einen einfachen Upgrade-Pfad zu Microsoft 365. Andere wechseln zu oder weg von Google Workspace oder starten aus einer rein lokalen Umgebung. Planen Sie die Migration gründlich. Viele Unternehmen bereiten den Wechsel über Monate vor, damit er reibungslos läuft. Die übergreifenden Fragen behandelt unser Beitrag Considerations When Moving to the Cloud (Englisch).

Sicherheit

Welche Sicherheitsfunktionen Sie erhalten, hängt bei beiden Suiten vom Plan ab. Die Übersicht gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder.

Microsoft 365

Business StandardBusiness Premium
Exchange Online Protection (Anti-Spam und Anti-Malware) und Microsoft Secure ScoreAlles aus Business Standard, dazu Microsoft Defender for Office 365 Plan 1 (Safe Attachments, Safe Links, Anti-Phishing und Echtzeiterkennung), Microsoft Defender for Business, Microsoft Intune und Microsoft Entra ID P1

Threat Explorer, Threat Trackers, automatisierte Untersuchung und Reaktion sowie Attack Simulation Training gehören zu Microsoft Defender for Office 365 Plan 2. Plan 2 ist in Microsoft 365 E5 enthalten oder als Add-on erhältlich.

Google Workspace

Business StandardBusiness PlusEnterprise
Sicherheits- und VerwaltungsfunktionenErweiterte Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen, darunter Vault und erweiterte EndpunktverwaltungUmfassende Sicherheits-, Verwaltungs- und Compliance-Funktionen, darunter Vault, Data Loss Prevention (DLP), Datenregionen und Endpunktverwaltung auf Enterprise-Niveau

Egal für welche Suite Sie sich entscheiden: Die Cloud-Anwendungen sind nur so sicher wie die Identitäten und Geräte, die darauf zugreifen. Wie Sie diesen Zugriff steuern, lesen Sie in unseren Beiträgen zu Zero Trust und zu Cloud Access Security Brokern (CASB).

Generative KI

Ein Thema, das es 2020 noch nicht gab: Beide Anbieter bauen KI-Assistenten in ihre Suiten ein. Google hat Gemini seit Januar 2025 in die Business- und Enterprise-Pläne von Workspace aufgenommen, Microsoft lizenziert Microsoft 365 Copilot separat oder in eigenen Paketen. Prüfen Sie vor dem Rollout, was der jeweilige Plan enthält und auf welche Daten der Assistent zugreifen darf.

Worauf es bei der Entscheidung ankommt

Die Wahl ist nicht einfach. Bei den Grunddiensten E-Mail, Zusammenarbeit und Cloud-Speicher ähneln sich Microsoft und Google stark. Der eine Anbieter ist eher auf Desktop-Nutzer ausgerichtet, der andere auf Web und Mobil.

Beide zielen außerdem nicht ganz auf dieselben Kunden. Für große Unternehmen, die seit Jahren Microsoft auf dem Desktop und im Backend einsetzen, ist Microsoft 365 meist der sicherere Weg in die Cloud, weil sie dabei die Kontrolle behalten. Die Office-Desktop-Anwendungen sind hier eines der stärksten Argumente.

Kleinere Organisationen, die vor allem E-Mail, Cloud-Speicher und etwas Zusammenarbeit brauchen, etwa gemeinsame Dokumente und Videokonferenzen, sind mit Google Workspace oft gut bedient. Es ist schnell eingerichtet, leicht zu bedienen und macht weniger Verwaltungsaufwand. Desktop-Versionen der Anwendungen gibt es nicht, aber alle Dienste laufen im Browser oder als Mobil-App, und das reicht vielen. Wer bereits ChromeOS oder Chrome Enterprise einsetzt, findet bei Google ein besonders stimmiges Gesamtbild. Mehr dazu in Chrome Enterprise: Securing Your Digital Workplace und Solution Highlight: ChromeOS (beide Englisch).

Beziehen Sie in die Entscheidung die Zufriedenheit der Nutzer und eine Pilotphase ein, dazu Testfälle, Ihre gewachsene IT-Landschaft und den Verwaltungsaufwand.

Anmerkung des Autors: Als sicherheitsbewusster Mensch tendiere ich zu Microsoft, und das merkt man dem Vergleich vielleicht an. Ihre Anforderungen können ganz anders aussehen und eine andere Lösung verlangen.

Sie planen den Umstieg auf Microsoft 365 oder Google Workspace? Unser Team betreut Mail-, Kollaborations- und Dateidienste im Bereich Endpoint Productivity und sichert die zugreifenden Geräte über Endpoint Security ab. Bei Fragen sprechen Sie uns an.